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Die elterliche Sorge beinhaltet die Personensorge und die Vermögenssorge.

a) Personensorge

Die Aufgaben- und Entscheidungsbefugnisse der Personensorge umfassen insbesondere die Pflege und Erziehung des Kindes, die Bestimmung von Aufenthalt und Wohnsitz, die Namensbestimmung, die Gesundheitsfürsorge einschließlich der Einwilligung in medizinische Eingriffe, die Wahl des Kindergartens, der Schule und der Berufsausbildung, die Bestimmung des Umgangs, die Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen für das Kind.

b) Vermögenssorge

Die Eltern haben das Recht und die Pflicht, das Vermögen des Kindes zu erhalten und zu mehren. Zum Kindesvermögen gehören z.B. Konto- und Sparguthaben, Wertpapiere, Grundstücke, Renten.

Sorgerecht nach Trennung und Scheidung

Haben die nicht miteinander verheirateten Eltern eine gemeinsame Sorgeerklärung abgegeben, bleibt es auch nach der Trennung des nicht miteinander verheirateten Paares bei der gemeinsamen Sorge.

Gleiches gilt nach einer Ehescheidung.

In beiden Fällen kann aber ein Elternteil das alleinige Sorgerecht beantragen. Das Familiengericht hat dem Antrag in 2 Fällen stattzugeben:

  1. Wenn der andere Elternteil zustimmt, es sei denn, dass das Kind das 14. Lebensjahr vollendet hat und der Übertragung widerspricht.
  2. Wenn zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf den Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

Nach einer Trennung streiten sich die gemeinsam sorgeberechtigten Eltern häufig darüber, wo das Kind künftig seinen Lebensmittelpunkt haben soll. Es geht hierbei um den Aufenthalt des Kindes als Teil des Sorgerechts. Können die Eltern keine Einigung erzielen, bedarf es der Stellung eines gerichtlichen Antrages auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil allein.
In eilbedürftigen Fällen kann der gerichtliche Antrag im Wege einer einstweiligen Anordnung eingereicht werden.

Sorgerecht unverheirateter Väter

Seit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 21.07.2010 (AZ: 1 BvR 420/09) haben nunmehr auch Väter nichtehelich geborener Kinder die Möglichkeit, das Sorgerecht zu erhalten, und zwar auch dann, wenn die Kindesmutter die Zustimmung verweigert. Die bisherige gesetzliche Regelung des § 1626 a BGB erklärte das Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig.

Nach dem neugefassten §1626a BGB überträgt das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge beiden Eltern gemeinsam, wenn die Übertragung dem Kindeswohl nicht widerspricht. Trägt der andere Elternteil keine Gründe vor, die der Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge entgegen stehen können, und sind solche Gründe auch sonst nicht ersichtlich, wird vermutet, das die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl nicht widerspricht.