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Das Umgangsrecht stellt das Recht des Kindes auf Umgang mit jedem Elternteil dar. Im Gegenzug hierzu ist jeder Elternteil zum Umgang nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet.

a) Zeitliche Regelung
Eine zeitliche Regelung, d. h. wann und wie oft der Umgang mit dem Elternteil zu erfolgen hat, bei dem das Kind nicht lebt, sieht das Gesetz nicht vor. Die Rechtsprechung gewährt das Umgangsrecht in der Regel jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend sowie an Feiertagen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten an einem Feiertag und für drei Wochen in den großen Sommerferien.

Bei größeren räumlichen Trennungen zwischen Kind und umgangsberechtigten Elternteil wird sich das 14-tägige Umgangsrecht praktisch schwierig gestalten, so dass eine für alle Beteiligten zweckmäßige Regelung gefunden werden muss

Bei kleineren Kindern wird dem Umgangsberechtigten von der Rechtsprechung häufig nur ein Umgangszeitraum von wenigen Stunden vor oder nach dem Mittagsschlaf zugestanden. Das OLG Frankfurt /Main hat einem sorgeberechtigten Vater bei Vorhandensein eines vertrauensvollen und innigen Verhältnisses zu seinem 2jährigen Kind aber auch längere Besuche mit Übernachtung eingeräumt.

Gerade bei kleineren Kindern sollten die Umgänge häufiger als nur im 2- Wochen- Rhythmus stattfinden, da diese ein anderes Zeitgefühl als ältere Kinder und Erwachsene haben und es für ein kleines Kind einen sehr langen Zeitraum bedeutet, wenn es den nicht betreuenden Elternteil nur alle 2 Wochen sehen kann.

b) Ausgestaltung des Umgangsrechts
Der Umgang hat grundsätzlich nicht in Gegenwart des anderen Elternteils oder sonstiger dritter Personen oder an so genannten „neutralen Orten“ stattzufinden. Vielmehr ist der Umgangsberechtigte befugt, den Umgang mit dem Kind in der eigenen Wohnung auszuüben.

Der Umgangsberechtigte muss das Kind von dem betreuenden Elternteil abholen und wieder dorthin zurückbringen.

Ausnahmen lässt die Rechtsprechung nur bei großen Entfernungen bzw. dann zu, wenn der Umgangsberechtigte aus finanziellen Gründen ohne Beteiligung des anderen Elternteils den Umgang tatsächlich gar nicht wahrnehmen könnte. So kann von dem betreuenden Elternteil im Einzelfall abverlangt werden, das Kind zum Zwecke des Umganges dem anderen Elternteil entgegenzubringen. Es muss sich dann aber um wirklich große Entfernungen handeln. Ca. 3 Stunden Fahrt pro einfache Strecke genügen nicht, um eine Mitwirkung des anderen Elternteils verlangen zu können.

Ein Einschränkung oder sogar ein gänzlicher Ausschluss des Umgangsrechts kommt nur in den engen Grenzen des § 1684 Abs. 4 S. 2 BGB in Betracht, und zwar dann, wenn dies zum Wohle des Kindes erforderlich ist.